AJABU
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Ein märchenhaftes Adventure 

von Christian Knop, Redaktion SPIELBAR.DE

AJABU ist ein märchenhaftes Adventure, das seine Spielenden nach Afrika entführt. Doch der faszinierende Kontinent hat neben seiner unberührten Natur auch mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. AJABU ist ein Serious Game für zu Hause oder die Schule, das neben Spaß auch neue Perspektiven aufzeigt.

In AJABU übernehmen die Spielenden mit Sam Knight und Phoebe Mayflower gleich zwei Rollen. Die beiden Dreizehnjährigen entdecken im Arbeitszimmer von Sams Vater, einem Afrika-Experten, eine magische Landkarte und finden sich kurz darauf am Fuße des Kilimandscharo wieder – zusammen mit der alles kommentierenden Gnu-Maske Kinyago. Der dortige Nationalpark in Tansania ist die erste von sieben Stationen in Afrika, die die die Spielenden gemeinsam mit den beiden Protagonisten in AJABU durchlaufen.

Auf ihrer Reise lernen sie nicht nur die dortige Kultur, Geschichte und Bevölkerung kennen, sondern werden auch mit Problemen konfrontiert: Korruption, Bürgerkrieg, Umweltzerstörung und Rassismus, um nur einige zu nennen. Die Spielenden ergreifen mit den Protagonisten die Initiative, um den Betroffenen zu helfen. Dabei müssen sie sich auch zwielichtigen Gestalten, wie dem Millionär Max Barren entgegenstellen, die mit ihren zweifelhaften Geschäften maßgeblich an den Problemen auf dem afrikanischen Kontinent beteiligt sind.

AJABU ist ein Serious Game über Afrika im Stile eines klassischen 2D-Adventures, bei dem sich erzählende Abschnitte mit Rätselaufgaben abwechseln. Die Rätsel beinhalten zumeist das Sammeln und Kombinieren von Gegenständen oder Informationen. Dabei können die Spielenden durch einfaches Klicken zwischen Gesprächsoptionen wählen, Gegenstände an sich nehmen oder mit Dingen aus ihrem Gepäck kombinieren. Die erzählenden Zwischensequenzen sind in den Spielfluss integriert und treiben die Geschichte voran oder geben weitere Informationen. Die Spielenden erfahren in dieser Form beispielsweise, wie Sams Eltern über die aktuelle Afrika-Politik denken oder mit welchen Problemen der Wildhüter Muenda zu kämpfen hat.

AJABU richtet sich laut Entwickler an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren. Für den schulischen Einsatz hat der Hersteller umfangreiche, pädagogische Zusatzinformationen und Material auf der offiziellen Seite des Spiels zusammen gestellt.

 

Pädagogische Beurteilung

Auf den ersten Blick sieht man AJABU nicht an, dass sich hinter der Adventure-Verpackung auch ein Serious Game verbirgt. Der spielerische Aspekt und die Geschichte stehen klar im Vordergrund, während die thematisierten Inhalte geschickt in das Afrika-Abenteuer eingeflochten sind. Adventure-Neulinge finden sich durch die einfache Steuerung, die umfangreiche Hilfe und die nicht zu schweren Rätsel schnell zu Recht. Grundlegendes logisches Verständnis und etwas Beobachtungsgabe sind für die meisten Aufgaben ausreichend. Aber auch erfahrene Spielende können hier eine moderne, märchenhafte Geschichte erleben und vieles lernen. Jeder Satz ist dabei vertont und zusätzlich mit Untertiteln versehen. Die ausgezeichnete Synchronisation, Musikuntermalung und der Spielwitz (besonders vertreten durch Kinyago) sorgen darüber hinaus für Spielspaß und lassen die Spielenden schnell in die Geschichte eintauchen. Die gut gezeichnete, aber trotzdem relativ einfache Grafikdarstellung kann allerdings nicht mit aktuellen Genre-Anführern mithalten.

AJABU ist ein Lernspiel, das Spielenden aber auch Eltern und pädagogisch Tätigen einiges bietet. Zum Ersten bringt es den Spielenden die afrikanische Kultur, Natur und Geographie näher und liefert damit inhaltliche Fakten. Zum Zweiten werden die Spielenden mit verschiedenen Problemlagen Afrikas konfrontiert. Korruption, Umweltzerstörung, Rassismus, Interessenpolitik und auch die damit verbundenen wirtschaftlichen und ethischen Konflikte werden hier über sympathische Charaktere und deren Schicksal vermittelt. Diese Probleme werden altersgerecht aufbereitet und können so von den Spielenden gut erfasst werden. Die Helden von AJABU, Sam und Phoebe, nehmen dabei mit ihrem Verhalten deutliche Vorbildrollen ein. Sie vermitteln Zuversicht, Neugier sowie den Mut und Willen etwas zu verändern. Ihnen gegenüber steht Max Barren mit seiner rücksichtslosen Profitgier. Die Rollen von Gut und Böse sind klar verteilt, können von den Spielenden einfach erkannt und mit Eltern oder in der Schule gut thematisiert werden. Allerdings ist diese stereotypisierte Darstellung für Jugendliche ab 15 Jahren leicht zu durchschauen, was die Charaktere für sie möglicherweise eintönig und weniger interessant werden lässt.

Im schulischen wie außerschulischen Kontext bietet das Spiel Ansatzpunkte für Diskussionen über aktuelle Politik, Geschichte, Wirtschaft und moderne Technologie. Aber auch die Motivation bestimmter Charaktere bietet Raum für Interpretation und schult die Perspektivübernahme. Die einzelnen Spielabschnitte sind, je nach Vorkenntnissen, in 15 bis 45 Minuten durchspielbar. Die erzählenden Zwischensequenzen können jederzeit pausiert, und die bereits gespielten Abschnitte beliebig oft neu gestartet werden. Insbesondere in der Schule kann AJABU so gezielt eingesetzt und als Arbeitsgrundlage genutzt werden.

Die aufgeworfenen Themen sind vereinfacht aufgearbeitet und für Zehnjährige grundsätzlich verständlich.

 
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